Stickerei seit 1904
Heritage
1904
Forster Willi ist tief in St.Gallen verwurzelt, der Textilstadt, die seit dem 18. Jahrhundert zu den bedeutendsten Zentren der Stickereikunst zählt. Als Conrad Forster Willi 1904 das Stickereiunternehmen Forster Willi & Co. gründete, war Stickerei das wichtigste Exportprodukt der Schweiz. St.Gallen galt damals als Zentrum der Stickereiindustrie und prägte die wirtschaftliche Entwicklung der Region.
1938
1938 begann die regelmässige Zusammenarbeit mit Haute-Couture-Häusern in Paris, Mailand und New York, wodurch die internationale Präsenz und das Renommee von Forster Willi weiter gestärkt wurden. Die dazugehörigen Couture-Bücher werden heute im Forster Willi Archiv aufbewahrt.
1944
Im Jahr 1944 setzte die zweite Generation unter Willi Forster die Stickerei-Tradition fort und brachte neue Impulse ein, während die Schweizer Stickereiindustrie trotz Materialknappheit und eingeschränkten Märkten ihre Kreativität bewahrte und sich auf die Zeit nach dem Krieg vorbereitete.
1950
Mit Christian Diors „New Look“ begann in den 1950er-Jahren eine neue Ära der Mode: üppige Silhouetten, schmale Taillen und luxuriöse Stoffe prägten das Frauenbild der Nachkriegszeit. Zugleich zeichneten Designer wie Pierre Cardin bereits die ersten Schritte in Richtung Prêt-à-porter.
1960
Die Mode wurde in den 1960er-Jahren kürzer, moderner und futuristischer. Das Design entwickelte sich zu etwas Tragbarerem und wurde zum Ausdruck einer jungen, selbstbewussten Generation. Mit der Rive Gauche Bewegung entstand eine neue, weniger elitäre Modekultur, die Stil und Alltag miteinander verband.
1965
1965 übernahm die dritte Generation, Peter, Tobias und Ueli Forster (von links nach rechts), das Unternehmen. Die St. Galler Stickereibranche stand zu dieser Zeit vor Herausforderungen wie zunehmender internationaler Konkurrenz und technologischem Wandel, gleichzeitig boten neue Maschinen und internationale Nachfrage Chancen für Wachstum und Spezialisierung.
1988
1988 erwarb die damalige Forster Willi & Co. AG die Schweizer Textilfirma Jacob Rohner AG, die insbesondere mit ihren Stickereiprodukten im Wäschemarkt erfolgreich war. Die schrittweise Integration ermöglichte eine Erweiterung des Sortiments und die optimale Verbindung der Stärken beider Unternehmen.
1992
1992 wurden die Forster Willi AG und die Jacob Rohner AG zur Forster Rohner AG fusioniert. Durch diese Zusammenlegung entstand ein stärkeres Unternehmen, das die Stärken beider Traditionsbetriebe bündelte und seine Position in der internationalen Stickereiindustrie weiter festigte.
2006
2006 wurde Tobias Forster als erster Nicht-Franzose vom Bürgermeister von Paris mit dem Titel „Créateur de l’année“ ausgezeichnet. Dieser Preis wird jährlich an Designer verliehen, die durch aussergewöhnliche Kreativität, Innovation und Einfluss auf die Modewelt herausragen. Die Auszeichnung würdigt Tobias Forsters visionäres Design und seinen bedeutenden Beitrag zur internationalen Mode- und Stickereikunst.
2007
Der Einstieg der vierten Generation, Emanuel und Caroline Forster, beide Kinder von Ueli Forster, erfolgte 2001, beziehungsweise 2006. 2002 wurde das Sortiment der Forster Rohner AG mit einer Beteiligung an der Inter-Spitzen AG in Oberbüren ideal ergänzt. 2007 übernahm Emanuel die operative Führung der Forster Rohner AG, Caroline die Leitung von Inter-Spitzen.
2008
Im Jahr 2008 lancierte Miuccia Prada die berühmte Guipure-Serie „Volute“, mit Forster Willi-Stickereien. Die Kollektion löste einen beispiellosen Boom in der Guipure-Stickerei aus, setzte neue Massstäbe in der Modewelt und verlieh der Stickereiindustrie weltweit frischen Aufschwung.
2009
Anlässlich der Amtseinführung ihres Ehemannes, des US-Präsidenten Barack Obama, trug Michelle Obama 2009 ein Kleid der Designerin Isabel Toledo, gefertigt aus einer exquisiten Woll-Guipure-Stickerei von Forster Willi. Für Forster Willi war es eine besondere Ehre, Teil eines so historischen und weltweit beachteten Moments zu sein.
2011
2011 gewann Forster Willi auf der Première Vision in Paris den renommierten „Imagination Prize“. Forster Willi erhielt die Auszeichnung für den mutigsten und überraschendsten Stoff in Bezug auf Material, Technik, Dekoration und Verarbeitung.
2012
2012 wurde das Forster Willi Archiv neu errichtet, um das historische Erbe des Unternehmens zu bewahren und erlebbar zu machen. Es dokumentiert die gestalterische, technische und materielle Entwicklung des Hauses über Generationen und umfasst über zwei Millionen Stickerei-Designs – von frühen Musterbüchern und handgestickten Échantillons aus 1883 bis zur ersten Schifflistickmaschine aus 1886.
2013
Forster Willi hat zahlreiche junge Designer inspiriert, darunter Christopher Kane, Erdem, JW Anderson, Mary Katrantzou und Peter Pilotto. Viele von ihnen haben bei der Zusammenarbeit erstmals erfahren, dass Stickerei nicht „altmodisch“, sondern modern, vielseitig und relevant ist. Die daraus gewonnenen Designerperspektiven haben die Positionierung von Forster Willi nachhaltig geprägt.
2014
Amal Clooney, international bekannte Menschenrechtsanwältin, heiratete George Clooney, US-amerikanischer Schauspieler und Regisseur, am 27. September 2014 in Venedig, Italien. Für die Hochzeit trug sie ein Brautkleid von Giambattista Valli aus der Couture Spring/Summer 2014 Kollektion, das mit Stickereien von Forster Willi verziert war.
2016
2016 entwickelte Forster Willi als erster Lieferant Guipure-Logos für Gucci, die seitdem regelmässig auf den Runways zu sehen sind. Unter Creative Director Alessandro Michele setzte Gucci damals verstärkt auf auffällige Logos und expressive Stickereien, eine perfekte Bühne für die handwerkliche Präzision von Forster Willi.
2017
Die Hochzeit von Pippa Middleton, der bekannten Schwester der Herzogin von Cambridge, mit James Matthews fand am 20. Mai 2017 in der Kirche St Mark’s Church in Englefield, Berkshire, statt. Das Hochzeitskleid, entworfen vom britischen Designer Giles Deacon, beeindruckte unter anderem durch die elegante Stickerei von Forster Willi.
2017
Ein Beispiel für die Verbindung von Innovation und Tradition ist die Guipure-Kollektion von Burberry für Herren im Jahr 2017. Unter der kreativen Leitung von Christopher Bailey wurden der ikonische Trenchcoat und weitere Modelle durch präzise Forster Willi-Stickereien veredelt und modernisiert.
2018
Forster Willi empfängt regelmässig Kunden in St.Gallen. 2018 durfte das Unternehmen Rei Kawakubo, die Gründerin und Designerin von Comme des Garçons, begrüssen. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit entstanden bereits einige Stickereien für ihre Kollektionen.
2021
Amanda Gorman zierte 2021 das Vogue-Cover in einem atemberaubenden Dior-Kleid, das mit filigranen Stickereien von Forster Willi veredelt wurde. Fotografiert von Annie Leibovitz für die Mai-Ausgabe 2021, setzte Gorman als junge, bedeutende Persönlichkeit in Literatur und Aktivismus weltweit Zeichen, nicht nur mit ihren Worten, sondern auch mit ihrem Stil.
2022
2022 durfte Forster Willi erneut einen exklusiven Gast willkommenheissen: Maria Grazia Chiuri, damals Creative Director des internationalen Modehauses Dior. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit entstanden bereits einige Stickereien für ihre Kollektionen.
2022
Forster Willi fertigte die erste Cashmere-Guipure für CHANEL, Couture Herbst/Winter 2022. Aufgrund ihres hochwertigen Materials und ihres anspruchsvollen Designs war die Herstellung besonders aufwendig und erfolgte in sorgfältiger Handarbeit.
2022
„Colour is the most direct way to change perspective.“ – P.P. Piccioli. 2022 durfte Forster Willi im Rahmen der Prêt-à-Porter Herbst/Winter 2022 Kollektion für Valentino eine besondere Stickerei entwerfen. Creative Director Pierpaolo Piccioli reduzierte für diese Kollektion die Farbpalette fast vollständig auf eine einzige Farbe: ein kräftiges Magenta‑Rosé, genannt Pink PP (Zusammenarbeit mit Pantone).
2023
Die chinesische Schauspielerin Zhang Zifeng steht im Mittelpunkt der Coverstory „After Dark“ der Vogue China. Fotografiert wurde sie von Annie Lai. Sie trägt ein Balenciaga Kleid mit Stickereien von Forster Willi. Das Kleid wurde unter der kreativen Leitung von Demna Gvasalia entworfen, der im Jahr 2023 als Creative Director des Hauses tätig war.
2024
Die britische Schauspielerin Maisie Williams, bekannt für ihren modernen Stil, zierte das Harper’s Bazaar-Cover in einer Christian Dior-Kreation mit klassischer Guipure-Stickerei. Das monochrome Design griff das zeitlose „Toile-de-Jouy“-Motiv auf und verband traditionelle Stickkunst mit ikonischer Eleganz.
2024
Die südafrikanische Sopranistin Pretty Yende begeisterte bei der feierlichen Neueröffnung der weltberühmten Kathedrale Notre-Dame in einer Dior-Kreation mit filigranen St.Galler Stickereien von Forster Willi, die dem Kleid zeitlose Eleganz und Leichtigkeit verliehen.
2024
Forster Willi entwickelte für Cecilie Bahnsen zehn exklusive Stoffkreationen. In Zusammenarbeit mit The North Face entstanden avantgardistische Designs, in denen innovative Lasertechnik und wattierte Stickerei der ikonischen Broderie Anglaise eine moderne, sportlich-romantische Note verleihen.
